Christiane Wachter (geboren 1966 in Erfurt) besuchte von 1984 bis 1985 eine Handweberlehre in Crimmitschau. 1985 bis 1986 war sie Weberin in der Textil- und Gobelinmanufaktur in Halle. 1986 bis 1988 absolvierte sie eine Töpferlehre in der Schaddelmühle (Muldental). Durch das Arbeiten als Gobelinweberin und als Töpferin schulte sie ihr Materialempfinden bevor sie 1989 bis 1994 an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle studierte. Seit 1994 ist sie als freischaffende Künstlerin in Erlln tätig.
Christiane Wachters Arbeiten sind durch ihren experimentellen und offenen Umgang mit Materialien und Techniken geprägt. Sie faszinieren handgeschöpfte, dichte, transparente, gebrauchte und gefundene Papiere. Die Materialästhetik dieser Papiere ergänzt sie mit sparsamen Grundierungen, Übermalungen und Zeichnungen, die als Unterzeichnungen sichtbar bleiben und Strukturen und Konturen hervortreten lassen. So entstehen spannungsvolle Bildgefüge, in denen sich Papiere überlagern und filigrane Strukturen malerisch behandelten Flächen gegenüberstehen. Im Mittelpunkt ihres Schaffensprozesses stehen neben verschiedenen Papieren außerdem besondere Grundierungen und Bildträger im Mittelpunkt. So finden beispielsweise alte Faltrollos, historische Schullandkarten oder Lehrtafeln sowie beschädigte Leinwände eine Verwendung in ihren Werken. In Christiane Wachters Arbeiten, zu denen sie sich von Alltagsszenen und Reiseerlebnissen inspirieren ließ, rücken Landschaft, Architektur sowie Mensch und Skulptur in den Mittelpunkt des Geschehens. In ihren Momentaufnahmen überlagern sich Vergangenheit und Gegenwart. Sie ergründet das urbane Leben, betrachtet verworrene Bildräume oder zeigt längst vergessene Orte, die unsere Welt aufzeigen und zugleich die Frage nach der eigenen Existenz aufwerfen. Ihre Landschaften scheinen sich jenseits von Raum und Zeit zu befinden. Der Mensch ist abwesend, seine Existenz jedoch erkennbar durch hinterlassene Spuren, die auf menschliches Leben hindeuten.