Berlin Im Kabinett: Hildegard Delius | Keramikfabrik Neuhaldensleben und Rheinsberg
Paradiesische Vielfalt: Konstruktivistisch abstrakt und avantgardistisch sind die Entwürfe der Keramikerin Hildegard Delius (1896-1955) und treffen damit den Zeitgeist der Ära des Art déco ebenso wie den Trend des Bauhauses. Nicht zu verspielt in der Formsprache und doch mit Mut zu einer gewissen Extravaganz, die dem Funktionalen von Geschirr, Schreib- oder Rauchutensilien, Vasen oder anderen Küchenhelfern ein künstlerisches Moment beistellt.
Die beruflichen Stationen von Delius in verschiedenen Keramikwerkstätten beeinflussten die Vielfalt ihrer Entwürfe. Nach ihrer Ausbildung an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden und einer kurzen Tätigkeit bei den Bebeka-Kunstwerkstätten in München begann ihr Weg zunächst in den frühen 1920er Jahren in der von Getrud Kraut (1883-1980) gegründeten Hamelner Töpferei unter der künstlerischen Leitung von Anni Rawitscher (1888-1976).
Mit ihrem Mann, ebenfalls Mitarbeiter der Hamelner Töpferei, verließ sie 1927 Hameln und war nun für die Porzellanfabrik Carstens im brandenburgischen Rheinsberg in der Fayenceabteilung Rathenow tätig. Zusammen mit Siegfried Möller (1896-1970) modernisierte sie hier als Entwerferin die Dekor- und Formsprache der Serienkeramik. Seit 1931 setze Delius die Arbeit innerhalb der Keramikfabrik Carstens in den Werken Uffrecht und Hubbe in Neuhaldensleben, Sachsen-Anhalt, fort und entwickelte die Kollektion maßgeblich mit. Bereits 1933 kehrte das Ehepaar Delius nach Hameln zurück und übernahm die Hamelner Töpferei von Georg und Anni Rawitscher. Hildegard Delius hatte hier zunächst die künstlerische Leitung inne und verantwortete den Betrieb nach dem Tod ihres Mannes 1936 vollständig.
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