Leipzig Das Spiel der Unsichtbaren

Freitag 29. November 2019 —
Samstag 07. Dezember 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit laden wir Sie und Ihre Freunde am 29. November 2019 um 19.30 Uhr ganz herzlich zu unserer Eröffnung nach Leipzig ein. Unter dem Titel „Das Spiel der Unsichtbaren“ thematisiert die Ausstellung den Dialog zwischen dem koreanischen Künstler Kim Sangduck und dem Berliner Künstler Ernst Friedrich Drewes. Die Spannung entsteht hier einerseits über das Spielerische als künstlerischen Trieb andererseits über das Rhythmische in der Malerei und der Skulptur.

Parallel dazu präsentieren wir Ihnen das Künstlergarten-Projekt „Das Dritte Land“ von Keum Art Projects in einer Videodokumentation sowie mit Zeichnungen von Seok Hyun Han.

Die Ausstellung findet in Kooperation des Artist in Residency Programms, ABN (Art Berlin Now, Keum Art Projects) mit der Galerie Irrgang und der Jeollabukdo Stiftung für Kultur und Tourismus statt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und verbleiben mit guten Wünschen
Ihre Dirk Bolmerg, Victoria Hilsberg und Tobias Wachter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Spiel der Unsichtbaren
Kim Sangduck, Ernst Drewes

„Ta da!“
Für den Künstler Kim Sangduck ist das Leben voller Zufälle, die dem Menschen unerwartet neue Wege eröffnen können. Ungewöhnliche Ereignisse, kleinere Unfälle, unerklärliche Überraschungen und die damit verbundenen Gefühle bestimmen seine künstlerischen Motive. Seit 2015 arbeitet er an einer mysteriösen Legende aus der kleinen Stadt Gunsan Haemangdong, die von einem Kind erzählt, das in einem Brunnen verschwand. Seine im Folgenden entstandene Bilderserie „Ta-da!“ fragt danach, wo das Kind sein könnte, was es im Brunnen erlebt und was wäre, wenn das Kind gar nicht im Brunnen verschwunden wäre.
Das Leben des Menschen ist in den Arbeiten Sangduck Kims wie ein verzauberter Moment, in dem sich unerwartete Überraschungen und nicht nachvollziehbare Zufälle auf originellste Art abwechseln. Kim malt Menschen, Hasen und Landschaften, die er mit schwungvollem, malerischem Ineinandergreifen komponiert. Wie auf einer Bühne verwandelt er das Leben der Menschen per Zauberhand in ein bildgewaltiges Märchen. In seiner Welt voller Überraschungen ist die Fantasie die einzige Gesetzmäßigkeit.

Rückkehr des Alchemisten
Wie das Schicksal den Lebensweg und die Arbeit eines Künstlers verwandeln kann, zeigen die Arbeiten von Ernst F. Drewes. Der in Berlin lebende Künstler, der die Autonomie von Farben thematisiert und dessen Arbeiten zwischen Malerei und Skulptur changieren, hat vor einigen Jahren einen Schlaganfall erlitten. Dieser Vorfall prägt seitdem sein Werk entscheidend.
Von einer Nicht-illusorischen-Malerei ausgehend, sucht Drewes der Malerei buchstäblich einen Raum zu geben und den Farbpigmenten eine reale, physische Tiefe zu verleihen. In einem beinahe alchemistischen Schaffensprozess kreiert der Künstler Farbobjekte, die autonom und dynamisch im Raum wachsen. Zufall, Bewegung und Entgrenzung sind dabei seine Inspiration. In den ungewöhnlichen Bild-Raum-Lösungen zeigt Ernst F. Drewes, dass die Kunst wie das Leben selten planbar, erwartbar und langweilig sind.

Sangduck Kim ist Stipendiat von Jeollabukdo Stiftung für Kultur und Tourismus, Südkorea. Ernst F. Drewes lebt und arbeitet in Berlin. Die Ausstellung findet in Kooperation des Artist-in-Residency Programms, ABN (Art Berlin Now, Keum Art Projects) mit der Galerie Irrgang und der Jeollabukdo Stiftung für Kultur und Tourismus statt.

 

Das Dritte Land: Utopie eines „paradiesischen Koreas“
Kuratorin, Keumhwa Kim / Keum Art Projects, Keumhwa Kim arbeitet als freie Kuratorin in Seoul und Berlin. Ihre Schwerpunkte sind Kunstprojekte im öffentlichen Raum sowie Ausstellungen im interkulturellen und interdisziplinären Kontext.

Anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren haben die beiden Künstler Seok Hyun Han und Seung Hwoe Kim gemeinsam mit der Kuratorin Keumhwa Kim im einst geteilten Berlin ihre Utopie eines „paradiesischen Koreas“ entworfen. In Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten Berlin und dem National Aboretum Südkorea haben sie insgesamt 45 Pflanzenarten aus Süd- und Nordkorea nach Berlin gebracht. Bei ihrem Gestaltungskonzept wurden die Künstler Han und Kim von den Bildern des klassischen Malers Jeong Seon inspiriert. Zu den zugrundliegenden Elementen des Gartens gehören neben der Pflanzenwelt Koreas auch Steine und Wasserdampf. Im Rahmen des Projektes wurden KünstlerInnen aus Berlin eingeladen, um zu den Themen „Grenze und Utopie“, „Kunst und Politik“ Performances zu präsentieren. Die entstandene Videodokumentation zeigt, wie sich der Künstlergarten in den Performances in eine Bühne verwandelt, auf der Erfahrungen mit Grenzen, Kunst und Natur aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt werden.