Leipzig Die Erinnerung

Mit Mio Okido

Freitag 04. November 2022 —
Samstag 26. November 2022

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Galerie Irrgang,

hiermit möchten wir Sie und Ihre Begleitung ganz herzlich zur Eröffnung unserer nächsten Ausstellung am 04. November 2022 um 18.00 Uhr in die Leipziger Räumlichkeiten einladen. Unter dem Titel „Die Erinnerung“ präsentieren wir Ihnen Arbeiten der japanischen Künstlerin Mio Okido.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und verbleiben mit herzlichen Grüßen,

 

Hannah Becker und Tobias Wachter

 

Mio Okido, Ohne Titel, 56 x 28 cm, Bleistift auf Papier, 2022

 

 

Eine 500 Jahre alte Kirche wird gesprengt, ein historisches Gebäude geschleift, das Monument eines Idols vom Sockel- gestürzt: historische Umbrüche sind laut und oft schmerzhaft, leise wirken sie noch lange. Im besten Falle hat “man” daraus gelernt und macht es in Zukunft besser. 

In der Ausstellung „Die Erinnerung“ bearbeitet Mio Okido, geboren 1986 in Japan, das große Spiel der Zeit, das Eingreifen des Vergangenen in die Gegenwart unter anderem anhand der Debatten um die Sprengung der Paulinerkirche im Jahr 1968 auf dem Leipziger Augustusplatz und der 1991 abgerissenen Lenin Statue in Berlin.  

Das Vorhaben der akribisch recherchierenden Künstlerin Mio Okido ist es, die Vergänglichkeit einer Epoche als Momentaufnahme zu fixieren und sie sichtbar zu machen, indem sie individuellen Umgang mit Geschichte, die Unterschiede und Ähnlichkeiten herausarbeitet, Möglichkeiten einer Versöhnung abfragt und dies in ortsspezifischen Installationen zum Ausdruck bringt. 

Mio Okido studierte an der Tokyo University of Arts, an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und der Universität der Künste Berlin. Ihr künstlerisches Schaffen richtet sich auf die sogenannte Erinnerungskultur und wie sie mit nationaler, gemeinschaftlicher und individueller Identität zusammenhängen. Im Fokus stehen hierbei insbesondere die Unterschiede zwischen Deutschland und Japan im Umgang mit der nationalen Kriegsgeschichte. Okido arbeitet zum einen anhand partizipativer Projekte, führt Interviews und portraitiert Zeitzeugen.  Zum anderen beschäftigt sie sich mit Archivfotos historischer Ereignisse und stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß jüngere historische Erzählungen für die Gesellschaft so bedeutsam sein können, wie einst biblischen Geschichten und inwieweit Archivbilder eine ähnliche Rolle spielen können, wie ikonische Darstellungen.