Berlin 2. Kunstauktion
Sehr geehrte Damen und Herren, Umgeben von Kunst und Autographen haben wir immer die Geschichte jedes einzelnen Objektes im Blick. In Kooperation mit dem Auktionshaus Flanel Sago wollen wir nun einige ausgewählte Stücke in einer Auktion anbieten und ihren Wert steigern. Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein. Wann? Am 29. März 2025 um 14 Uhr Verfolgen Sie die Entstehung der Auktion direkt auf der Webseite des Auktionshauses. Hier werden Stück für Stück alle Objekte präsentiert und Sie finden Informationen rund um die Versteigerung und Ihre Teilnahme.
Drei Highlights möchten wir Ihnen schon jetzt ans Herz legen: Mariage von Garten und Stadt: Getragen von den Ansprüchen der Lebensreform an eine Verbindung von Wohnen, Arbeiten, Bildung und Kultur an einem Ort und nach englischem Vorbild, wurde 1909 die Gartenstadt Hellerau an der nördlichen Grenze von Dresden durch den Werkbund-Mitbegründer Karl Schmidt zeitgleich mit seinen neuen „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“ gegründet. Die Architekten Richard Riemerschmid, Hermann Muthesius und Heinrich Tessenow reichten dafür ihre Entwürfe ein. 1911 wurde das Ensemble um ein Festspielhaus ergänzt. An die verschiedenen Häusertypen, von der Villa bis zum Reihenhaus, schließen sich vorder- oder rückseitig Gärten an, die zur Verbesserung der Wohnqualität beitragen. Der Architekturmaler und Vertreter des „Dresdner Kolorismus“ Fritz Beckert (1877–1962) fängt mit sonnig frischer Farbpalette in drei Aquarellen den Alltag der Bewohner dieser modern konzipierten Siedlung ein. Die Gartenstädte sind Vorboten der modernen Weiterentwicklung reformerischen Bauens und setzen sich in der Berliner Hufeisensiedlung ebenso fort wie in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Ungebremst: Der in dicken Pinselstrichen aufgetragenen Farbmischung aus Blau- und Grautönen entströmt eine Kühle, die einem bereits beim Betrachten des kleinformatigen Ölgemäldes den Atem raubt. Den frostigen Temperaturen trotzend, stürzen sechs nackte Badewillige übermütig den schaumschlagenden Fluten entgegen. Fest untergehakt oder an den Händen gepackt bleibt dem Einzelnen keine Chance, sich dem waghalsigen Unterfangen doch noch zu entziehen. Seit den 1960er Jahren weilt der in Bautzen geborene Künstler Harald Metzkes (*1929) wiederholt an der Ostsee und sammelt im bekannten Künstlerort Ahrenshoop, entlang der flachen Boddenstrände, zwischen einfachen Fischerkaten und hinter sonnengelben Sanddünen Ideen für seine Bilder. Die Motive oszillieren zwischen Melancholie verlassener Strandlandschaften und gelöster Stimmung der von der Freikörperkultur ergriffenen Badegäste. Es ist diese Authentizität und der ungekünstelte Blick auf Landschaft und menschliches Dasein, die Metzkes Meerbilder zu etwas Besonderem machen. Lebensgeister: In der beklemmenden Atmosphäre perspektivbefreiten Engraums und dem ungesunden Schein weichgelben Nichtlichts kämpfen sehnige Jungmänner gestenreich ums nackte Überleben. Der Staub von Kohle und Pastell flirrt über dem felsigen Grund, dem die wehrhaften Fünf in allerlei ästhetischen Posen große Brocken entnehmen, um sie einem unsichtbaren Feind entgegenzuschleudern. Das fast monochrome Kleinformat des sonst so farbenfroh-bewegten Monumentalmalers Ludwig von Hofmann (1861–1945) mag vergleichsweise statisch anmuten, trägt aber in den Grundzügen bereits die Essenz der in Dresden aufbewahrten, großformatigen Endfassung: Ein kobaltblau-fluoreszierendes Kapillarsystem, das immer wieder rhythmische Impulse durch die Komposition jagt und dem Daseinskampf der muskelspielenden Recken ein dauerhaftes Eigenleben verleiht. Das stilvolle Monogramm des fantasiebegabten Symbolisten ist unten rechts in Stein gemeißelt.
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